
Am Westufer des Irrsees zieht sich der bis zu 1.114 m hohe Kolomannsberg entlang.
Nahe seines Gipfels liegt das „Kolomannskirchlein“, die älteste Holzkirche Österreichs, ein beliebtes Wanderziel.
Kolomanskirche
Filialkirche von Mondsee
Patrozinium: Hl. Koloman – 13. Oktober
In Gipfelnähe des 1114 m hohen Kolomansberges steht auf einer ebenen Fläche die hölzerne Kolomanskirche. An ihr vorbei führt den Bergrücken entlang die Landesgrenze zu Salzburg.
Etwas unterhalb der Kirche entspringt die alte Heilquelle, die der Legende nach der hl. Koloman erweckt haben soll, als er hier auf seiner Pilgerreise rastete. Am Berghang neben der Quelle stand ursprünglich auch die alte, heute nicht mehr vorhande Kolomanskapelle.
Die frühe urkundliche Nennung des Koloman-Heiligtums verdanken wir der Grenzlage zum Erzbistum Salzburg. 1462 wird der Koloamnsbrunnen in einer Grenzbeschreibung erwähnt. 1511 beanspruchte der Pfarrherr von Thalgau die Kolomanskapelle für seinen Pfarrbereich. Aus den Akten des darauf folgenden Rechtsstreits geht hervor, dass ursprünglich nur ein Kreuz beim Brunnen stand und später ohne Wissen des damaligen Abtes eine hölzerne Kapelle erichtet worden war.
Kapelle und Brunnen wurden Mondsee zugesprochen. 1658 erneuerte Abt Simon die Kapelle, in der er am 13. Oktober die erste heilige Messe zelebrierte.
1962 wurde der aus der Klosterkirche stammende kleine Altar vom Bildhauer Meinrad Guggenbichler und um Tischler Mayr restauriert. Der Maler Lorenz Exendorfer bekamm den Auftrag für ein neues Antependium. Die Kapelle erhielt auch eine Kanzel.
1742 ließ Abt Lidl die heute noch erhaltene hölzerne Kolomanskirche an einer anderen Stelle neu errichten, und zwar auf der Ebene oben am Berg. In die alte Kapelle am Berghand wurde die Quelle eingeleitet.
Die Verehrung des hl. Koloman am Brunnen geht nachweisbar bis zur Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Am Beginn des 16. Jahrhunderts (1511) wird von einer deutlichen Zunahme der Wallfahrt brichtet. Die Thalgauer kamen sogar einmal mit Priestern, Fahnen und Reliquien auf den Kolomansberg. Sicher hat auch hier der Einfluss der Reformation zu einem Rückgang der Besuche geführt, jedenfalls förderte das Kloster ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder die Wallfahrt mittels verschiedener Investitionen. Im 18. Jahrhundert fanden am Samstag nach Pfingsten und am 13. Oktober, dem Fest des hl. Koloman, Prozessionen auf den Kolomansberg statt, und Messen mit Predigt wurden gefeiert.
Nach 1733 pendelten sich die jährlichen Opfergeldsuppen auf ein etwas gleich bleibendes Maß ein, was zeigt, dass das Besuchen des Kolomansbergers für viele Menschen ein konstanter Punkt im religiösen Leben geworden war. Heute werden jährlich zwei bis drei Bittgänge zur Kirche abgehalten.
KIRCHENBAU und KIRCHENINNERES
Der heutige Bau der Kolomanskirche stammt aus dem Jahr 1742 und wurde wie die alte Kapelle am Brunnen wieder in Holzbauweise errichtet.
Die Kolomanskirche ist eine der wenigen erhaltenen Holzkirchen Österreichs.
Die doppelt so lange wie breite Kirche zeigt die für Blockbauten typische Quadratreihung. Die gleich langen Stämme von 8 m geben die Kirchenbreite vor.
Die in der Mitte der 16 m langen Seitenwand zusammenstoßenden Balken fixiert ein senkrechter Pfosten. Die Grundfesten sind gemauert, das schindelgedeckte Walmdach trägt im Westen einen Dachreiter mit Glocke. Die groß ausgeschnittenen Fenster können mit Holzbalken verschlossen werden. Im Westen befindet sich der Haupteingang, im Osten führt eine kleine Tür ins Freie. Außen sind die Holzbalken mit Brettschindeln verkleidet.
Im Inneren sind die bis auf enge Fugen sorgfältig zusammengefügten Baumstämme weiß getüncht. In etwa 3,9 m Höhe ist eine flache Holzdecke eingezogen, im Westen überspannt eine Empore die ganze Kirchenbreite.
An der Ostseite steht frei vor der kleinen Türe der noch aus der alten Kapelle am Brunnen stammende Altar mit einer Statue des hl. Koloman. Den Altartisch ziert noch das gute gemalte Antependium des Lorenz Exendorfer von 1692. Es zeigt den auf einem purpurnen Kissen liegenden Leichnam des hl. Koloman, umgeben von Klerus und weltlichen Herren.
Neben einem großen Kruzifix befindet sich in der Mitte der Nordwand die Kanzel aus der alten Kirche von 1692.
An den Wänden hängen noch viele Votivbilder. Von der Ausstattung der Kirche von Opfergaben aller Art erzählen verschiedene Berichte. 1812 war die Kirche voll von aufgehängten Votivgaben – wie Füßen, Händen, Haaren, Löffeln, Ochsen, Pferden usw.
Noch 1901 befanden sich in der Kolomanskirche hölzerne „Lungeln“, die bei Erkrankungen dieses Atmungsorganes geopfert worden waren. Dieses merkwürdige Votiv ist nur noch im früher mit Bayern verbundenen Innviertel zu finden. Nirgends sonst in Oberösterreich – außer am Kolomansberg – konnten solche Lungeln nachgewiesen werden. (Gugitz).
Sie sind sichtbare Zeiten für die frühere Zugehörigkeit des MondSeeLandes zu Bayern oder die Verbindung dorthin durch den Wallfahrerweg nach St. Wolfgang. 1927 hing in der Kirche kein einziges Votiv mehr, allerdings lagen unter dem Dach noch eine Hand und hölzerne Beine.